Digitale Souveränität : Europa ist in der Cloud gefangen

Cloud-Dienste sind heute unverzichtbar, doch der Markt ist fest in der Hand amerikanischer und chinesischer Konzerne. Das kann sich schnell rächen, warnen Fachleute. Gibt es einen Ausweg?
In den frühen 1960er Jahren brummte die Wirtschaft in Deutschland. Mit dem „Wirtschaftswunder“ hatten auch Steuerberater Hochkonjunktur. So sehr, dass sich die Kanzleien fragten, wie sie die ganzen Daten ihrer schnell wachsenden Kundschaft bewältigen sollten. Rettung verhieß das Stichwort „Elektronische Datenverarbeitung“. Aber Computer waren damals schrankgroße Geräte, unbezahlbar für einen Einzelnen. In Nürnberg fand man eine clevere Lösung. Dort gründete sich eine Genossenschaft namens Datev, deren Mitglieder gemeinsam die Dienste eines IBM-Service-Rechenzentrums nutzten. Die Organisation wuchs schnell. 1969 richtete sie im Beisein des damaligen Bundesfinanzministers Franz-Josef Strauß ihr eigenes Rechenzentrum mit vier Großrechnern und sechs Druckern ein.
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