Indien : Singhs halbfertiges Werk

Als Indien vor 20 Jahren am Abgrund stand, riss Manmohan Singh das Ruder herum. Der damalige Finanzminister setzte mutig Reformen durch. Inzwischen ist Singh längst Ministerpräsident. Doch Asiens drittgrößte Volkswirtschaft vermisst seinen Aufbruchswillen.
Für den indischen Ministerpräsidenten ist es Routine: Zum achten Mal kam Manmohan Singh jetzt die Ehre zu, am Nationalfeiertag die Flagge der größten Demokratie der Welt auf den Überresten des Roten Forts in der Hauptstadt Delhi zu entfalten. Indien feierte am Montag seinen 65. Unabhängigkeitstag. Die Erinnerungen gehen zurück an Pandit Nehru, der am 15. August 1947 an derselben Stelle die Fahne aufzog. Singh, der 14. Ministerpräsident des Subkontinents, ist allerdings für seine ganz eigene Großtat bekannt: In diesem Sommer vor 20 Jahren wagte er es, als damaliger Finanzminister unter Ministerpräsident Narasimha Rao das Land wirtschaftlich zu öffnen.



