Blogs | Hier. Und jetzt? : Glücklich desertiert
Mehret Teklekaimanot Kidane, 34, stammt aus Eritrea. Als sie 18 wurde, kam der Einberufungsbescheid von der eritreischen Armee: Militärdienst, ein Leben lang, brutalstmöglich. Mehret haute einfach ab. Schlepper brachten sie über den Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland. Zurück nach Eritrea? Niemals, sagt sie.
Der Tag, an dem der Brief kam: Mehret Teklekaimanot Kidane kann sich noch an ihn erinnern, als ob es gestern wäre. Einberufung zum Militärdienst, in Eritrea kommt das fast einem Todesurteil gleich. Männer wie Frauen werden nach dem Schulabschluss eingezogen, für die meisten dauert der Militärdienst ein Leben lang, unter schlimmsten Bedingungen und mickrigem Lohn: umgerechnet 10 Euro im Monat. Ein Entkommen? Zwecklos, Deserteure werden erbarmungslos gejagt, interniert, gefoltert. Mehret wusste sofort: Sie kann das nicht. Sie ist gerade 18 geworden, da hat man das Leben doch noch vor sich. Wenn man in Eritrea einmal beim Militär ist, ist das Leben vorbei.



