Europäische Luftfahrt : Die Krise geht in die Verlängerung

Europas Luftfahrt leidet unter einem unheilvollen Mix politischer Interventionen. Die Folge: Für die Lufthansa und die gesamte Branche dauert die Krise länger – während die Konkurrenz in Amerika schon wieder mehr fliegt.
Quarantänepflichten für Heimkehrer statt Tests und ein Wirrwarr unterschiedlicher Einreisebestimmungen in den Staaten Europas – all das hält Urlauber und Geschäftsleute vom Reisen ab und hält Fluggesellschaften in der Corona-Krise gefangen. Dazu kommt, dass zu frühe Lockerungen diverser Staaten sowie hohe Schwellenwerte, die zu spät im Inland Beschränkungen auferlegen, das Infektionsgeschehen immer wieder aufflammen lassen.
Für europäische Fluggesellschaften mit dem Marktführer Deutsche Lufthansa hat das schwere Folgen: Sie brauchen länger auf dem Weg aus der Krise als Rivalen anderer Kontinente. Die Verluste, die 2021 im Fluggeschäft auf der ganzen Welt anfallen werden, entstehen Prognosen zufolge fast zur Hälfte in Europa. Nordamerika findet dagegen gerade wieder den Weg zurück ins Flugzeug.
In Europa leidet die Branche unter einer unheilvollen Kombination der politischen Kriseninterventionen: Zum einen wurde der Reisende mit wenig Belegen als besonderer Pandemietreiber stigmatisiert, zum anderen wurden aus falsch verstandener Wirtschaftsfreundlichkeit jenseits der Fliegerei Lockerungen betrieben, die am Ende mehr schaden als nützen. Ein Lichtblick bleibt für Lufthansa: Mit Blick auf die Finanzen ist der Konzern auf guten Weg, Alternativen zu den hochverzinsten Staatshilfen zu finden.






