Stahlgipfel in Berlin : Scholz macht Stellenabbau zum Wahlkampfthema

Die deutsche Industrie steckt in der Krise, Zehntausende Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Der Kanzler hält abermals einen Gipfel ab. Die Union kritisiert: Alles nur „Show“.
Der „Rote Platz“ im Städtchen Kreuztal im Siegerland heißt zwar eigentlich so, weil sein Boden rot gepflastert ist. Diese Woche könnte der Name aber passender kaum sein: Die nordrhein-westfälische IG Metall rüstet sich, um am Mittwochabend auf ebenjenem „Roten Platz“ eine Großkundgebung abzuhalten. Grund für den Zorn der Gewerkschafter ist der Sanierungsplan der Stahlsparte des Industriekonzerns Thyssenkrupp . Vor rund zwei Wochen hatte Deutschlands größter Stahlhersteller angekündigt, bis 2030 insgesamt 11.000 Stellen streichen zu wollen, 6000 davon durch Auslagerung. Mindestens ein Standort, der in Kreuztal-Eichen, soll komplett geschlossen werden. Hintergrund sind die geringe Nachfrage, bedingt durch Überkapazitäten auf dem Weltmarkt und die Schwäche der Autoindustrie, sowie der Druck, in Zukunft klimafreundlich zu produzieren.





