Kommentar : Ein Schuldenerlass für Griechenland?

Die ideologische Rhetorik von Tsipras zeichnet bis in diese Tage ein Zerrbild der Realität. Ein Schuldenschnitt würde da die völlig falsche Botschaft vermitteln.
Warum sollte Griechenland eigentlich einen Nachlass oder eine weitere Umstrukturierung für seine Schulden erhalten? Der Internationale Währungsfonds (IWF), die griechische Regierung und die Gläubiger sehen dafür ganz unterschiedliche Gründe. Doch diese unterschiedlichen Perspektiven führen auch zu unterschiedlichen Konditionen und Auswirkungen auf Griechenlands Politik und Wirtschaft. Für die linksorientierte griechische Regierung enthielte ein Schuldenschnitt gleich zwei politische Botschaften: Zunächst will Ministerpräsident Alexis Tsipras seinen Wählern zeigen, dass er härter verhandelt und mehr erreicht hat als sein konservativer Amtsvorgänger. Zugleich würden Tsipras und seine Linkspartei Syriza ein Entgegenkommen der Gläubiger als Eingeständnis interpretieren, dass für die Schulden doch die anderen Europäer verantwortlich seien.






