Weniger Geburten : Die Kluft vertieft sich

In ländlichen Kreisen stehen Wohnungen leer. Der Geburtenrückgang und die Alterung verschärfen die Unterschiede zwischen den Regionen, aber auch die Kluft zwischen den Generationen.
Gewohnt wird immer? Schon bisher gilt das nur eingeschränkt. Die Nachfrage nach Wohnraum und damit der Immobilienwert variieren je nach Region.
In Teilen des Landes ist der Bedarf längst bestenfalls überschaubar: Dieser Rückzug trifft vornehmlich ländliche Regionen mit geringer Wirtschaftskraft. So liegt die Leerstandsquote in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wesentlich höher als in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg.
Dazu kommt, dass die Geburtenrate seit Jahren sinkt: In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenige Babys geboren worden wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zahl der Sterbefälle überstieg die Zahl der Geburten um 352.000 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes von dieser Woche.
Die Alterung der Gesellschaft fordert auch die Immobilienmärkte heraus. Eine Analyse der Bank Ing-Diba entwirft zwei Varianten durch die demographische Entwicklung: Im optimistischen Szenario steigt die Bereitschaft, für den Traum von den eigenen vier Wänden auf das Land zu ziehen. Im anderen Szenario verbleiben jüngere Menschen in den Städten, und die Kluft zwischen den Regionen wächst.
Je langfristiger der Anlagehorizont ist, umso mehr sollten sich Immobilieninvestoren mit diesen Risiken beschäftigen. Das trifft nicht nur die Frage, wohin junge Menschen ziehen. Mehr Personen im Ruhestand vergrößern den Bedarf an barrierefreien Wohnungen und Pflegeheimplätzen. Auch die Lebensorte älterer Menschen werden die Immobilienpreise prägen.






