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Drohender Handelskrieg : China plant Zölle gegen Vereinigte Staaten

  • Aktualisiert am

Stahlarbeiter in China Bild: AFP

Als Reaktion auf die geplanten Einfuhrzölle Amerikas hat China konkrete Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Im Handelsstreit mit der EU gewährt Trump den Europäern zunächst nur einen kurzen Aufschub.

          Als Reaktion auf milliardenschweren Strafzölle der Vereinigten Staaten will China mit Handelsstrafen gegen Washington antworten. Geplant sind Zölle für Produkte im Wert von 3 Milliarden Dollar, wie das Pekinger Handelsministerium am Freitag mitteilte.

          Auf Schweinefleisch soll demnach ein Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Für Stahlrohre, Früchte und Wein sind Zölle in Höhe von 15 Prozent vorgesehen.

          Die Regierung in Peking bekräftigte, zu einem Dialog bereit zu sein. Zugleich kündigte sie an, sich bei der Welthandelsorganisation zu beschweren.

          Zuvor hatten die Vereinigten Staaten angekündigt, ihren Rivalen China mit milliardenschweren Strafzöllen belegen zu wollen. Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag ein entsprechendes Dekret und begründete dies mit unfairen Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums durch China. Das Paket werde Zölle und andere Maßnahmen im Volumen von etwa 60 Milliarden Dollar enthalten, sagte Trump.

          Trumps Handelsbeauftragter Robert Lightizer soll die Zölle binnen 60 Tagen ausarbeiten. Er soll auch eine umfangreiche Liste mit allen betroffenen Produkten vorlegen.

          Ausnahmeregel für Europa noch unklar

          Der Handelsstreit zwischen Amerika und der EU hat sich etwas entschärft. Trump billigte Ausnahmen von den Strafzöllen auf Stahl und Alumium für die Europäische Union und andere wichtige Handelspartner.

          Das Weiße Haus teilte am Donnerstag mit, die Strafzölle auf Importe der beiden Metalle seien für mehrere Länder bis zum 1. Mai dieses Jahres ausgesetzt. In einer Mitteilung wurden die EU-Mitgliedstaaten sowie Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Mexiko und Südkorea genannt.

          Kanzlerin Angela Merkel gibt im Zollstreit mit den Vereinigten Staaten keine Entwarnung. "Wir können heute früh noch nicht abschließend sagen, wie die Entscheidungen wirklich gelaufen sind", sagte sie am frühen Freitagmorgen auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Man müsse abwarten, wie sich die amerikanische Regierung festlege.

          Der Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Peter Navarro, erklärte im Fernsehsender CNN, alle Länder, die von den Zöllen ausgenommen würden, müssten mit Quotierungen ihrer Stahlimporte rechnen. „Wenn man keine Quote verhängt, dann kann jedes Land zum Transitland für jedes andere Land werden“, sagte Navarro. Somit könnten die Importe etwa auf dem Niveau von 2017 eingefroren werden. 

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