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Keine Diversität : Deutsche Vorstände werden wieder zu Männerclubs

Februar 2020: Siemens-Vorstand Kugel muss gehen. Bild: Andreas Müller

Alle wollen Diversität – nur in den Vorstandsetagen der Dax-Familie klappt es damit nicht. Zuletzt verließen sogar führende Frauen die Unternehmen Allianz, Siemens und Deutsche Bank.

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          Die deutschen Vorstandsetagen sind männlich. Weil ganz oben noch immer kaum Managerinnen sitzen. Und weil die wenigen, die da sind, nicht bleiben. Nach nicht einmal zwei Jahren verließ Ana-Cristina Grohnert im April den Vorstand der Allianz Deutschland. Im Juli musste Sylvie Matherat ihren Vorstandsposten bei der Deutschen Bank räumen. Die Männerquote beim größten Kreditinstitut des Landes jetzt: 100 Prozent.

          Anna-Lena Niemann

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Gleicher Monat, andere Gemengelage für Valerie Holsboer: Erst 2017 wurde sie in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit berufen, den sie jetzt am Ende eines ziemlich erbitterten und öffentlichen Machtkampfes wieder verlässt. Ihre internen Kritiker werfen ihr fachliche Mängel vor. Allen voran Peter Clever, der die Arbeitgeber im Verwaltungsrat anführt und Holsboer selbst in den Vorstand holte. Andere sagen, Clever habe Holsboer loswerden wollen, weil sie sich von ihm nicht habe lenken lassen. Clever habe missfallen, dass Holsboer so gut mit dem arbeitnehmernahen Vorstandsvorsitzenden Detlef Scheele zusammengearbeitet hat. Die Beteiligten schweigen sich aus. Zurück bleiben verhärtete Fronten. Inzwischen musste auch Clever seinen Rückzug aus der Behörde ankündigen.

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