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Datenvolumen des Smartphones : Vorsicht, die Datenfresser kommen

Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich: Der Datenverbrauch lässt sich präzise im Smartphone nachvollziehen. Bild: F.A.S./Getty

Daten im Mobilfunk strömen schnell wie nie. Aber dann ist das erlaubte Volumen rasch aufgebraucht. Wir zeigen Ihnen, welche Programme besonders gierig an ihrem Datenvolumen knabbern.

          „Lieber Kunde, Ihr restliches Surfvolumen mit hoher Geschwindigkeit ist für diesen Monat fast verbraucht.“ Die SMS kommt vom Netzbetreiber und wirft gleich einige Fragen auf: Wie viel Datenvolumen benötigt man heutzutage im Mobilfunk? Warum hat man „Flatrate“-Tarife, wenn das Volumen doch begrenzt ist? Und welche Apps auf dem Smartphone sind die größten Datenfresser?

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Vor zehn Jahren galt die Faustregel, dass der typische mobile Surfer zwischen 30 und 100 Megabyte im Monat benötigt. Diese Werte kann man heute getrost mit dem Faktor 10 multiplizieren: 300 Megabyte bis ein Gigabyte sind angesagt. Die gängigen Standardverträge der großen Netzbetreiber sehen 500 Megabyte im Monat mit anschließender Datendrossel vor. Nach Überschreiten des Limits wird das Tempo so weit reduziert, dass man sein Smartphone kaum sinnvoll nutzen kann.

          Automatische Buchung von Datenpaketen

          Eine erste Tücke liegt neuerdings in der sogenannten Datenautomatik von Vodafone, Base und O2. Nach dem Verbrauch des Inklusivvolumens wird nicht etwa die Verbindungsgeschwindigkeit gedrosselt, sondern es werden kostenpflichtige zusätzliche Datenpakete nachgebucht. E-Plus und Base hatten im vergangenen Jahr ihre eigenmächtige Vertragsänderung dahingehend formuliert, dass sich der Kunde nicht gegen weitere Datenkontingente entscheiden konnte und sogar automatisch nach mehreren Zubuchungen in den nächsthöheren Tarif eingestuft wurde. Dies hatte keinen juristischen Bestand, über die Kundenbetreuung kann man jetzt die Datenautomatik dauerhaft deaktivieren lassen. Ähnlich verfährt O2 in einigen Tarifen.

          In den Vodafone-Red-Tarifen wird derzeit ein Datenvolumen automatisch nachgebucht, wenn 90 Prozent des Inklusivvolumens verbraucht sind. Der Kunde kann die Nachbuchung des 250-Megabyte-Pakets für 3 Euro verhindern, wenn er auf die zugesandte Info-SMS antwortet. Reagiert er nicht, erfolgen bis zu drei Bestellungen im Abrechnungszeitraum. Dauerhaft kann man die Nachbuchungen nicht verhindern, der Widerspruch ist immer wieder aufs Neue einzulegen.

          Text-basierende Apps sind besonders datenhungrig

          Die nächste Tücke des mobilen Datenkonsums ist seine Erfassung. Als gäbe es kein Mess- und Eichgesetz, werden Mobilfunkdaten in Deutschland nicht in ihrer kleinstmöglichen Einheit gemessen und abgerechnet, sondern in ungünstigen Taktungen zum Nachteil der Verbraucher. Ein Smartphone, das regelmäßig nach neuer E-Mail fragt, benötigt an sich nur wenige Byte für diesen Vorgang. In den Netzen von Telekom und Vodafone werden jedoch mindestens 100 Kilobyte dafür in Rechnung gestellt, das ist die vertraglich festgelegte Datentaktung. Bei E-Plus und O2 werden die Daten in Schritten von ein oder 10 Kilobyte gezählt, also deutlich kundenfreundlicher. Stets gilt jedoch: Ein Großteil des gebuchten Volumens verschwindet durch die Takt-Schummelei im Nichts. Wer dagegenhalten will, prüfe die Einstellungen für jene Smartphone-Apps, die automatisch regelmäßig Daten abholen: E-Mail, Facebook, Twitter und andere. Man setze sie auf Diät (nur noch ein Abruf pro Stunde) oder wähle das Push-Verfahren, wenn nur sporadisch Neues eintrudelt.

          Die vor allem auf Text basierenden Apps sind jedoch nicht die datenhungrigsten. Multimediale Anwendungen können selbst ein üppiges Datenkontingent in kürzester Zeit wegschmelzen. Ganz weit vorn: das Streaming von Live-Videos, etwa bei einer Fußballübertragung im Bezahlangebot von Sky. Hier rechne man mit 35 Megabyte in der Minute, nach einer Viertelstunde ist also das typische Monatsvolumen von 500 Megabyte verbraucht. Youtube-Videos sind etwas schlanker, aber 5 Megabyte pro Minute in der geringsten 360p-Aufslöung sind eine Untergrenze. Mit 720p liegt man bereits bei 19 Megabyte pro Minute.

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