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Monika Staab : Bausteine des Friedens in Qatar

  • -Aktualisiert am

Die nächste Herausforderung: Weltenbummlerin Monika Staab kümmert sich als Nationaltrainerin um die Fußballfrauen des Emirats.

          3 Min.

          Monika Staab ist in diesen Tagen aus sportlicher Sicht nicht zu beneiden. Bis zum Beginn der Asien-Meisterschaft für U-14-Teams am 1. April muss sie ein Team aus dem Boden stampfen, das es bislang gar nicht gibt. „Ich habe jetzt immerhin 30 Mädchen beisammen, aus denen ich dann aussuchen kann“, sagt die 54 Jahre alte Fußballtrainerin zu ihrem neuesten Abenteuer, das der neue Job als Trainerin des Frauenfußball-Nationalteams des Emirats Qatar mit sich bringt. „Das ist natürlich eine lustige Aufgabe, da einige noch nie richtig Fußball gespielt haben“, scherzt Monika Staab. Zu allem Überfluss ist Qatar auch noch das Ausrichterland des Wettbewerbs, weshalb ein allzu peinliches sportliches Abschneiden nach Möglichkeit zu vermeiden ist. Aber genau diese Herausforderungen sind es wohl, die es der gebürtigen Dietzenbacherin angetan haben, seit sie sich aus dem deutschen Frauenfußball verabschiedet hat.

          Daniel Meuren
          (dme.), Rhein-Main-Zeitung

          Von Mitte der neunziger Jahre bis 2005 hatte sie den FFC Frankfurt sportlich maßgeblich geprägt und zu deutschen Meistertiteln, Pokalsiegen und gar zwei Uefa-Pokalsiegen geführt. Dann aber lebten sich der Verein mit Manager Siegfried Dietrich an der Spitze und die selbstbewusste Trainerin, die 1993 als eine der ersten Frauen in Deutschland die Fußballlehrerlizenz erworben hatte, auseinander. Monika Staab widmete sich deshalb neuen Aufgaben als eine Art Entwicklungshelferin für den Frauenfußball. Zunächst arbeitete sie ein Jahr lang als Nationaltrainerin in Bahrein, anschließend war sie im Auftrag des internationalen Verbandes (Fifa) in 63 Ländern dieser Erde unterwegs. Ihre sportliche Arbeit als sogenannte Fifa-Beauftragte führte sie sogar in Länder wie Nordkorea und Iran. Vor allem die arabische Welt hat es Monika Staab dabei immer wieder angetan. „Ich will dazu beitragen, dass sich Frauen hier behaupten können“, sagt sie zu ihrer Motivation, nach sechs Jahren bei der Fifa nun zum qatarischen Verband zu wechseln.

          Die ersten Länderspiele endeten mit zweistelligen Niederlagen

          In Qatar, wo Monika Staab schon dreimal zu Gast war, findet sie die Unterstützung der dritten Ehefrau des Emirs, die die Förderung des Sports für Frauen zu ihrem Thema gemacht hat. Und es ist hilfreich, dass sich Qatar als Ausrichter der Männer-WM im Jahr 2022 auch dazu verpflichtet hat, den Frauenfußball angemessen zu fördern. Dadurch dürften sich zumindest bis 2022 männliche Widerstände gegen den weiblichen Spieltrieb in Grenzen halten. Für die Bewerbung war sogar verpflichtend vorgeschrieben, dass sich Qatar für den Frauenfußball engagiert. Die ersten Länderspiele des neugegründeten Nationalteams endeten aber 2010 mit zweistelligen Niederlagen. Mittlerweile hat Qatar zweimal gewonnen, den nächsten Entwicklungsschritt soll nun Monika Staab in die Wege leiten. „Aber ich habe hier allen klar gesagt, dass das ein langer Weg ist und dass man dabei weiter Niederlagen in Kauf nehmen muss, wenn man vorankommen will.“

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