Paulskirchenfeier 1998 : Wie Roman Herzog 1998 nach dem Mauerfall Zeichen setzte

In der kommenden Woche steht die 175-Jahrfeier an: Bei der 150-Jahrfeier der Paulskirche im Jahr 1998 hielt der damalige Bundespräsident eine bemerkenswerte Rede. Der Festakt stand unter dem Eindruck Wiedervereinigung.
Empor zu Freiheit und Demokratie. Eine schöne, eine großartige Idee war es, diesen Weg zur Geschichte anzulegen. Symbolisch. Ein Anstieg, schwindelfrei zu bewältigen, in Richtung des Kaiserdoms mit seiner feingliedrigen gotischen Erscheinung. Entlang der Außenfront der Kunsthalle Schirn, lang hingestreckt an der Südseite des Areals zwischen Römerberg und Dom – ein bauliches, architektonisches Zugeständnis an die Moderne. Befürchtungen hatte so begegnet werden sollen, mit der Rekonstruktion der historischen Häuserzeile gegenüber dem Römer kaum vierzig Jahre nach Krieg und Nazidiktatur werde nun der Geist der „neuen Zeit“ einer altdeutschen, kulturpolitisch-ideologisch nach 1945 verworfenen, verfemten Vergangenheit weichen müssen.


