Trumps Interventions-Verzicht : Gut gemeint
Donald Trumps Ankündigung, nicht mehr in anderen Staaten zu intervenieren, ist eine gute Nachricht für Autokraten und Diktatoren. Aus ihr spricht ernüchternde Erfahrung.
Dass die Amerikaner interventionsmüde sind, ist bekannt. Schließlich ist die Wahl Trumps zum Präsidenten auch eine Folge davon, selbst wenn schon Amtsinhaber Obama seine Skepsis über die Erfolgsaussichten solcher militärischer Interventionen vor allem in der arabisch-muslimischen Welt mehr als einmal zum Ausdruck gebracht hat.
Insofern ist Trumps jüngste Äußerung, unter ihm werde es Interventionen mit dem Ziel eines Regimewechsels nicht geben, kein radikaler Bruch, sondern eher die Fortsetzung einer schon eingeleiteten Wende. Das Gegenmodell lieferte George W. Bush in seiner ersten Amtszeit mit dem Einmarsch im Irak. Der Fall Afghanistan ist anders gelagert, selbst wenn die Bilanz ähnlich dürftig ist. Die Intervention war eine Reaktion auf einen direkten Angriff.
Dass Trump militärische Einsätze an ein eng definiertes Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten bindet, dürfte Autokraten und Diktatoren ruhiger schlafen lassen – und skeptische Partner beruhigen. Es ist die ernüchternde Erfahrung, die aus Trumps Worten spricht. Was gut gemeint war, endete in Chaos.



