Trump und die Nato :
Atlantische Kaltwetterfront

Klaus-Dieter Frankenberger
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Die Aussage von Donald Trump, die Nato sei überholt und gehöre aufgelöst, zeugt weder von Kenntnis der Welt noch vom Bewusstsein der Interessen des eigenen Landes. Die russische Führung dürfte begeistert sein.

Wieder hat Donald Trump einen Stein geworfen, und wieder hat es gekracht. Diesmal hat er auf die Nato und deren europäische Mitglieder gezielt. Wer nicht genug zahle, fliege raus; überhaupt sei die Auflösung der Allianz nicht so schlimm, die Nato sei sowieso überholt. Die russische Führung dürfte Trump die Daumen drücken, damit er wirklich der Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird. Für Amerikas europäische Partner, von denen sich einige in puncto Verteidigung in der Tat nicht zu sehr angestrengt haben, zöge dagegen eine atlantische Kaltwetterfront auf.

Man fragt sich, wer Trump eigentlich die Fragmente zur Außenpolitik einflößt oder ob die auf seinem eigenen Mist gewachsen sind? In dieser unübersichtlichen Lage voller Risiken und Unwägbarkeiten die Nato zum alten Eisen werfen zu wollen zeugt weder von einem klaren sicherheitspolitischen Verstand noch von Kenntnis der Welt und der Interessen des eigenen Landes. Aber vielleicht sind die Wähler in dieser Saison doch isolationistischer gestimmt als gedacht. Was bedenklich wäre.

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