Ibrahim Böhme :
Der Zuträger als Hoffnungsträger

Von
Jacqueline Boysen
Lesezeit:
Abb. a. d. bespr. Bd.

Im Staatssozialismus war für den ehrgeizigen Ibrahim Böhme die SED karrierebestimmend. Sie hielt den psychisch labilen Genossen am Gängelband.

Manfred Böhme, der sich selbst „Ibrahim“ nannte, ist eine inzwischen historische Verräter-Figur. Der Mann, der 1990 bei den letzten und einzig freien Wahlen zur Volkskammer als Spitzenkandidat der wiedergegründeten Sozialdemokraten antrat und kurz nach der Wahl verdächtigt wurde, Zuträger der Staatssicherheit gewesen zu sein, lebte von Jugend an verstrickt in eigene Legenden. Er hat sich nie aus dem selbstgeknüpften Netz von Dichtung und Wahrheit befreit - auch nicht, nachdem prominente Oppositionelle dann Böhme in ihren Akten zweifelsfrei als Inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi identifiziert hatten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1999, kurz nach seinem 55. Geburtstag, hat Böhme sich nicht zu seinen Spitzeldiensten bekannt - geschweige denn die Aussprache mit den Verratenen gesucht.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.
Empfehlungen
Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt