Geopolitischer Atlas : Mehr Geopolitik im Alltag!

Krisen am anderen Ende der Welt scheinen oft weit weg. Warum man sich trotzdem für sie interessieren sollte, zeigt ein geopolitischer Altas.
Warum sollte man sich dafür interessieren, was am anderen Ende der Welt passiert? Eine menschlich allzu nachvollziehbare Frage, schließlich fangen die Probleme schon vor der eigenen Haustür an: Stress auf der Arbeit, das Kind krank, das Auto kaputt, die Nachbarn zu laut. Vielleicht engagiert man sich noch in der Kommune für eine neue Fußgängerampel, unterschreibt ein Volksbegehren gegen den Bau eines Windrads und ärgert sich über missglückte Heizungsgesetze. Damit sind die meisten schon ausgelastet – zumal vielen der Krieg in Gaza oder Chinas Bestrebungen nach der Vorherrschaft im Indopazifik im wahrsten Sinne des Wortes weit weg erscheinen. Trotzdem sollte man die übrige Welt nicht ausblenden, schreibt die französische Journalistin Émilie Aubry. Sie ist sogar davon überzeugt: Man kann es gar nicht. Das beginne auf sozialen Netzwerken, wo unzählige Bilder und Videos vom Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie dem anschließenden Krieg in Gaza kursieren, genauso wie russische Propaganda. Geopolitik, so Aubry, „bestimmt heute mehr und mehr unser tägliches Leben“. Das habe gerade die jüngere Vergangenheit gezeigt: Als wir während der Corona-Pandemie etwa merkten, wie wir von China abhängig waren, weil dort Masken hergestellt wurden, sowie von Indien, weil wir von dort unser Paracetamol bezogen. Oder als der russische Überfall auf die Ukraine unsere Energiekosten in die Höhe trieb. Und die Klimakrise kennt keine Grenzen.


