Franco-Diktatur : Schattenseiten des sanften Übergangs

Die Vergangenheit will nicht vergehen. Diese Erfahrung macht auch Spanien.
Die Frage ist spannend. Was wäre mit Spanien geschehen, wenn sich das Land nach dem Tod des Diktators Francisco Franco zu einem Bruch mit der Vergangenheit entschlossen hätte? Stattdessen sorgte die „Transición“ für einen sanften Übergang von der Diktatur zur Demokratie, ohne dass den Opfern Gerechtigkeit widerfuhr. Hannes Bahrmann bleibt leider die Antwort auf die Frage schuldig, die er gleich zu Anfang stellt; nur gegen Ende beschreibt er in wenigen Kapiteln, wie sehr die unbewältigte Vergangenheit die spanische Gegenwart belastet – in einem Land, in dem sich nach seiner Ansicht seit 1975 nicht viel geändert hat, wie schon der Titel deutlich macht. „Francos langer Schatten“ heißt das Buch, dessen Titelseite plakativ einen Spanier zeigt, der, gehüllt in eine Nationalflagge aus der Zeit der Diktatur, vor dem riesigen Kreuz des monumentalen „Tals der Gefallenen“ seinen rechten Arm zum Gruß ausstreckt. Der Klappentext versucht Aufmerksamkeit für ein Land zu erregen, das „nach Kambodscha die weltweit meisten anonymen Massengräber hat“.





