Bürgerkriegsgefahr :
Übergangszeiten sind gefährlich

Von
Alexander Gallus
Lesezeit:
Wenn der Mob vor der Tür steht: Szene von der Tribüne des Repräsentantenhauses am 6. Januar 2021
Wenn der Mob vor der Tür steht: Szene von der Tribüne des Repräsentantenhauses am 6. Januar 2021AP

Eine gespaltene Gesellschaft ist ein Risikofaktor. Eine amerikanische Politologin analysiert, unter welchen Umständen normale politische Konflikte in Gewalt umschlagen können.

Vor dreißig Jahren eröffnete Hans Magnus Enzensberger in einem langen Essay „Aus­blicke auf den Bürgerkrieg“. Nach dem Ende des Kalten Krieges sah er allerorten die Gefahr solcher Konflikte, die dadurch bestimmt waren, sich „von innen heraus zu entzünden“. Er blickte nicht nur auf einen bewaffneten Mob in fernen Weltregionen und Staaten nichtdemokratischer Prägung, sondern auch in den Metropolen des Westens. Der zeitdiagnostisch bewanderte Beobachter hob zweierlei hervor: erstens, dass es sich bei diesem, wie er meinte, „molekularen“ Bürgerkrieg vor der eigenen Haustür um einen „endogenen Prozess“ und nicht um einen „eingeschleppten Virus“ handele; zweitens, dass die damit verbundene Eskalationsgefahr groß sei und ein „Flächenbrand“ drohe.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.