Bürgerkriegsgefahr : Übergangszeiten sind gefährlich

Eine gespaltene Gesellschaft ist ein Risikofaktor. Eine amerikanische Politologin analysiert, unter welchen Umständen normale politische Konflikte in Gewalt umschlagen können.
Vor dreißig Jahren eröffnete Hans Magnus Enzensberger in einem langen Essay „Ausblicke auf den Bürgerkrieg“. Nach dem Ende des Kalten Krieges sah er allerorten die Gefahr solcher Konflikte, die dadurch bestimmt waren, sich „von innen heraus zu entzünden“. Er blickte nicht nur auf einen bewaffneten Mob in fernen Weltregionen und Staaten nichtdemokratischer Prägung, sondern auch in den Metropolen des Westens. Der zeitdiagnostisch bewanderte Beobachter hob zweierlei hervor: erstens, dass es sich bei diesem, wie er meinte, „molekularen“ Bürgerkrieg vor der eigenen Haustür um einen „endogenen Prozess“ und nicht um einen „eingeschleppten Virus“ handele; zweitens, dass die damit verbundene Eskalationsgefahr groß sei und ein „Flächenbrand“ drohe.


