https://www.faz.net/-gpf-9j5um

Demos gegen Wahlausgang : Mehr als hundert Protestler in Kamerun festgenommen

  • Aktualisiert am

Paul Biya regiert Kamerun seit 36 Jahren, seine Wiederwahl im vergangenen Jahr wird jedoch von der Opposition nicht anerkannt. Bild: AFP

Insgesamt seien 117 Menschen bei ungenehmigten Demonstrationen festgesetzt worden, sagt Kameruns Kommunikationsminister. Die politische Unruhe in dem Land reicht bis nach Berlin und Paris.

          Bei Protesten der Opposition nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Kamerun sind am Wochenende mehr als hundert Demonstranten festgenommen worden. Kommunikationsminister René Emmanuel Sadi erklärte am Samstag, bei ungenehmigten Demonstrationen in Jaunde, Bafoussam und Mbouda hätten Sicherheitskräfte insgesamt 117 Menschen festgesetzt. In der Hauptstadt des westafrikanischen Landes, Jaunde, und in der Wirtschaftsmetropole Douala war ein starkes Sicherheitsaufgebot auf den Straßen.

          Nach Angaben von Aktivisten wurden die Demonstranten in der Hauptstadt mit Tränengas auseinandergetrieben. Der Sicherheitsminister sprach von sechs Verletzten.

          Der 85 Jahre alte Präsident Paul Biya hatte sich Anfang Oktober für eine siebte Amtszeit bestätigen lassen. Die Oppositionspartei Bewegung für die Wiedergeburt Kameruns (MRC) des unterlegenen Kandidaten Maurice Kamto erkannte die Wahl des seit 36 Jahren herrschenden Staatschefs unter Verweis auf Wahlbetrug nicht an und hält seither regelmäßig ungenehmigte Proteste ab. In dem mehrheitlich frankophonen Vielvölkerstaat gibt es zudem eine erstarkende Unabhängigkeitsbewegung der englischsprachigen Minderheit.

          Unterdessen ist in der Nacht zu Sonntag die Botschaft der Republik Kamerun in Berlin-Westend besetzt worden. „Etwa zehn Personen drangen in das Gebäude ein und stellten politische Forderungen“, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Dabei kam es auch zu Beschädigungen in dem Gebäude. Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot in der Ulmenallee an und brachte die Menschen aus der Botschaft. „Zu den Hintergründen können wir noch nichts sagen. Das müssen wir uns noch genauer ansehen“, sagte der Sprecher. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Einsatz endete am frühen Sonntagmorgen.

          In Paris drangen am Wochenende rund 50 Demonstranten in die Botschaft Kameruns in Frankreich ein und übertrugen von dort live via Facebook Videos davon, wie sie unter anderem Porträts von Staatschef Biya zerstörten. Nach zwei Stunden vertrieb die Pariser Polizei die Demonstranten, die anschließend vor dem Gebäude weiter protestierten.

          Weitere Themen

          Viele Stimmen für AfD im Osten

          Europawahl-Liveblog : Viele Stimmen für AfD im Osten

          +++ SPD und Union mit herben Verlusten +++ Grüne verdoppeln Ergebnis +++ Le Pens Partei mit rund 24,2 Prozent der Stimmen in Frankreich vorn +++ Alle Informationen im FAZ.NET-Liveblog:

          Bremer SPD nach Wahldebakel zerknirscht Video-Seite öffnen

          Historische Niederlage für SPD : Bremer SPD nach Wahldebakel zerknirscht

          Die SPD hat Prognosen zufolge ihre jahrzehntelange Vorherrschaft in Bremen an die CDU verloren. Bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag wurden die Christdemokraten zum ersten Mal in der Geschichte des Bundeslands stärkste Kraft, wie Prognosen zeigten.

          Untergang an der Weser

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Topmeldungen

          Die Koalition nach den Wahlen : Warum die SPD untergeht

          Für die SPD könnte es nicht schlimmer kommen, und die Partei Helmut Kohls geht durch eine Riesenblamage. Die Abgeordneten der Koalition müssen sich fragen: Wie tief wollen wir noch sinken?

          Trauer und Jubel in Berlin : Den Grünen gehen die Superlative aus

          Während bei den Grünen die Freude über die Wahlergebnisse in Europa und in Bremen „wahnwitzig“ groß ist, ist die Stimmung bei der Union schon vor der Verkündung der Prognosen auf dem Tiefpunkt. Und bei der SPD wackelt die Parteichefin nach dem Doppeltiefschlag.

          Europawahl : Le Pens Rechtspopulisten führen in Frankreich

          Marine Le Pens Rassemblement National hat in Frankreich die Liste von Staatspräsident Emmanuel Macron überholt. Im Europaparlament werden Christ- und Sozialdemokraten ihre Mehrheit verlieren.

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.