Frankreich-Kommentar : Macrons Investition
Damit Amerika das Atom-Abkommen mit Iran nicht verlässt, kommt Frankreichs Präsident Donald Trump ziemlich weit entgegen. Ob er damit Erfolg hat, steht (noch) in den Sternen.
Ob Emmanuel Macrons Taktik, den amerikanischen Präsidenten zu umgarnen, Erfolg hat, wird man in Sachen Atom-Abkommen mit Iran endgültig erst Mitte Mai wissen. Dann wird Donald Trump entscheiden, ob er Sanktionen, die mit Bezug auf das iranische Atomprogramm verhängt und dann suspendiert worden waren, wieder in Kraft setzt – und damit das Abkommen faktisch verlässt. Macron will das verhindern. Deswegen kommt er Trump ziemlich weit entgegen; wofür er sich den Unmut seiner europäischen Partnern zugezogen hat. Denn die Idee einer „neuen Vereinbarung“ mit Teheran scheint er erst in Washington aus dem Hut gezogen zu haben – von wegen europäische Koordination.
Der französische Präsident hat ziemlich viel in die Beziehung zu dem großen Unberechenbaren im Weißen Haus investiert. Er hat kein Interesse an einer Zerrüttung des transatlantischen Verhältnisses – so wie auch Merkel & Co. daran kein Interesse haben – und bietet sich Amerika als verlässlicher Sicherheitspartner an. Ob er Erfolg damit hat und wie sehr sich seine Investition rentieren wird, das steht (noch) in den Sternen.



