Sicherheitsgarantie für Japan : Alle wissen jetzt, woran sie sind

Chinas Dominanzstreben und seine militärischen Drohungen gegen Taiwan mehren auch die Nervosität in Tokio. Da wirkt die Bekräftigung der amerikanischen Sicherheitsgarantie für Japan beruhigend und stabilisierend.
Es ist vor allem die Lage ihres Landes, die japanische Ministerpräsidenten dazu bringt, einem neuen amerikanischen Präsidenten möglichst rasch nach dessen Amtsantritt ihre Aufwartung zu machen. Das war so mit Abe und Trump, und das ist jetzt so mit Suga und Biden.
Angesichts des chinesischen Dominanzanspruchs – und zwar ganz klassisch auch in territorialer Hinsicht – wird das japanisch-amerikanische Bündnis immer wichtiger, wirkt die Bekräftigung der amerikanischen Sicherheitsgarantie für Japan beruhigend und stabilisierend. Das ist der Unterschied zu Bidens Vorgänger, bei dem Amerikas Partner nicht sicher sein konnten, ob Washington sein Sicherheitsversprechen im Fall des Falles halten oder erst Inkassozahlungen oder Sonstiges verlangen würde.
Die größte Herausforderung: China
Die Regierung Biden sieht in einem expansiven, geopolitisch ausgreifenden China die größte Herausforderung im 21. Jahrhundert. Die Regierung in Tokio wird das nicht anders sehen. Insofern gehört sie zur Koalition der Demokratien, welche die Vereinigten Staaten zusammenstellen wollen; nicht nur in der Region, aber insbesondere in der indopazifischen Region.
Aber für Japan gilt wie für viele andere Länder, die das Gebaren der kommunistischen Machthaber in Peking mit wachsender Sorge verfolgen: Wirtschaftlich hat es sich eng an China gebunden. Das macht potentiell verwundbar. Dennoch: Amerika spannt weiter den Sicherheitsschirm über Japan. Alle Akteure wissen also, woran sie sind.



