Klimawandel : Europas „Führung“
Amerikaner, Chinesen oder Inder lassen sich von Europa im Kampf gegen den Klimawandel nicht unter Druck setzen. In der internationalen Klimapolitik sind viele Illusionisten am Werk.
Der Wandel des Klimas ist kein Hirngespinst, er ist real. Aber immer mehr zum Hirngespinst wird die Führungsrolle, die der Europäischen Union im Kampf gegen diesen Wandel (oder vielmehr bei der Anpassung daran) zugeschrieben wird. Ob Amerikaner, Chinesen und Inder sich dadurch beeindrucken lassen, dass die Europäer mit gutem Beispiel vorangehen, wie Umweltminister Altmaier meint, ist nach den Erfahrungen zweifelhaft.
Die alte Supermacht und die Großmächte des 21. Jahrhunderts lassen sich vermutlich gar nicht unter Druck setzen. Sie folgen ihren eigenen Prioritäten; dass sich das durchaus mit einer Stabilisierung des Ausstoßes von Kohlendioxyd verbinden lässt, zeigen die Vereinigten Staaten, obschon deren Bevölkerung wächst. In der internationalen Klimapolitik sind viele Illusionisten am Werk, die unrealistische Ziele propagieren.
Nur eine Minderheit befolgt das Kyoto-Protokoll, nur eine Minderheit will sich weiter daran halten. Es sind nicht viele Staaten, die im Banne der europäischen „Führungswirkung“ stehen. Mehr sehen darin einen Wettbewerbsvorteil - für sich.



