Demirals Wolfsgruß : Keine harmlose Jubelgeste

Der zweifache Torschütze beim EM-Sieg der Türkei hat mit dem rechtstextremistischen „Wolfsgruß“ gejubelt. Doch warum ist diese Geste in Deutschland überhaupt erlaubt? Andere Länder sind da weiter.
Was wäre passiert, wenn ein Spieler der österreichischen Elf nach einem Tor gegen die Türkei aus Freude über seinen Treffer den rechten Arm zum Hitler-Gruß gehoben hätte? Und Fans auf der Tribüne des Leipziger EM-Stadions ebenfalls die Huldigungsgeste der Nationalsozialisten gezeigt hätten?
Nicht verboten in Deutschland
Zu Recht hätte der Spieler die Rote Karte gesehen, hätte die deutsche Justiz ein Verfahren gegen Fans und Spieler wegen „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ eingeleitet. Die UEFA und der österreichische Fußballverband hätten womöglich Sanktionen verhängt oder zumindest den Vorfall scharf verurteilt.
Dem zweifachen Torschützen der siegreichen türkischen Mannschaft Merih Demiral ist bisher nichts dergleichen widerfahren, nachdem er in Richtung Tribüne den „Wolfsgruß“, das Erkennungszeichen der rechtsextremen „Grauen Wölfe“, gezeigt hatte. Denn in Deutschland ist dieser faschistische Gruß zulässig, die Organisation wird vom Verfassungsschutz nur beobachtet.
Doch warum ist der Gruß nicht verboten wie in Österreich, die Organisation anders als in Frankreich erlaubt? Demiral will seine Geste nur als harmlose Demonstration des Stolzes, ein Türke zu sein, verstanden wissen. Sich ahnungslos geben ist nicht nur die Strategie von AfD-Politikern vor Gericht, sondern auch von Fußballern auf dem Rasen.






