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Präsenzunterricht ermöglichen : Kultusminister rufen zu Impf-Solidarität auf

Eine Lehrerin begrüßt am ersten Schultag die Schüler und Schülerinnen einer ersten Klasse in einer Grundschule in Rostock. Bild: dpa

Es sei unerlässlich, „den Präsenzunterricht dauerhaft zu sichern“, heißt es in einem Beschluss der Kultusminister. Sie appellieren deshalb an die Erwachsenen und an alle, die älter als zwölf Jahre sind, sich impfen zu lassen.

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          Wie immer, wenn es um den Umgang mit Corona in der Schule geht, sitzen die Kultusminister zwischen allen Stühlen. Während das Robert Koch-Institut dringend zur Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht rät, sind Kinder- und Jugendärzte strikt dagegen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          In den Bundesländern werde deshalb sorgfältig abgewogen, ob Masken zu tragen seien und wie oft getestet werde, sagte Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) als Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Potsdam. Die Länder werden deshalb bei ihren unterschiedlichen Regelungen bleiben.

          Einig sind sich die Kultusminister darin, dass die Schulen möglichst auch bei steigenden Inzidenzen offen bleiben sollen. Es sei unerlässlich, „den Präsenzunterricht dauerhaft zu sichern“, heißt es in einem Beschluss. Sie appellieren an die Solidarität der Erwachsenen und an alle, die älter als zwölf Jahre sind, sich impfen zu lassen. „Eine Impfung gegen Corona ist keine Voraussetzung für den Schulbesuch und die Teilnahme am Unterricht, aber sie sorgt für einen längerfristig sicheren Schulbetrieb in Präsenzform“, so die KMK.

          Sie hat die Gesundheitsämter aufgefordert, bei der Quarantänepolitik möglichst zurückhaltend zu sein. In Quarantäne sollten nur die tatsächlich Infizierten und diejenigen geschickt werden, die engen Kontakt zu Infizierten hatten.

          Bei geimpften und genesenen Personen würden keine Quarantänemaßnahmen verhängt, heißt es in der Erklärung der KMK. Trotz der Belastungen durch die Pandemie sei das digitale Lernen deutlich verbessert worden, sagte Hamburgs Schulsenator und Koordinator der SPD-Länder, Ties Rabe. Er sprach sich für eine Verstetigung des Digitalpakts aus und kündigte an, die Probleme mit dem Datenschutz zu lösen. Es sei absurd, dass 30.000 Berufsschüler in Hamburg ein bestimmtes System aus Datenschutzgründen nicht in der Schule nutzen dürften, mit dem sie im Betrieb arbeiteten.

          Die Kultusminister wollen sich deshalb mit der Ständigen wissenschaftlichen Kommission treffen, um aus deren Vorschlägen zur verbesserten Digitalisierung eine Prioritätenliste zu erarbeiten.

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