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Flughafendesaster : Der Deichgraf, der Zar und der Sonnenkönig

Bei der politischen Bewältigung des Berliner Flughafendesasters geht es nicht viel anders zu als auf der Baustelle: fast grauenhaft.

          Der technische Geschäftsführer des Berliner Großchaosflughafens hat hemmungslos untertrieben: Nicht nur die Lage auf der Baustelle ist „fast grauenhaft“. Auch bei den Versuchen, das Desaster politisch zu bewältigen, geht es nicht viel geordneter zu.

          Erst verkündet der Monarch aus Berlin, dass er, großherzig wie Sonnenkönige sind, den Aufsichtsratsvorsitz künftig seinem Stellvertreter, dem Deichgrafen von Brandenburg, überlasse. Zar Peter nickt dazu und wünscht dem neuen Amtsinhaber viel Glück. Dann aber heißt es, republikanische Kreise im Schatzamt forderten, dass endlich jemand die Aufsicht übernehmen müsse, der etwas davon verstehe. Also ein Nichtpolitiker.

          Dieser Vorschlag dürfte den meisten Steuerzahlern, die für den Pfusch am Bau aufkommen müssen, einleuchten. Doch Platzeck hat sein Schicksal schon „eng an den Flughafen gekoppelt“, das lässt sich nicht einfach rückgängig machen. Und natürlich kann niemand so vollmundig und überzeugend einen Neuanfang versprechen wie ein Politiker, der jahrelang dem zugesehen hat, was er jetzt von Grund auf verändern will.

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