Grünen-Parteitag :
Özdemir, der Gesundprediger

Rüdiger Soldt
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Cem Özdemir auf dem Grünen-Parteitag in Ludwigsburg.
Cem Özdemir auf dem Grünen-Parteitag in Ludwigsburg.dpa

Die Tausend-Euro-Frage ist: Kann Özdemir durch eine personalisierte Kampagne die CDU einholen? Ein Punkt für den Grünen: Sein Gegner Hagel hat ein Mobilisierungsproblem.

Im Sommer verbreitete sich das Gift des Pessimismus in den Reihen der baden-württembergischen Grünen. Einige gaben die Wahl verloren – Cem Özdemirs Kandidatur galt als Mission Impossible. Nach dem Parteitag in Ludwigsburg schöpft die Partei Hoffnung, auch 2016 sei es gelungen, einen Abstand von mehr als zehn Prozent gegenüber der CDU aufzuholen.

Ob das gelingen kann, bleibt fraglich. Özdemir macht sich Hoffnung, indem er sagt, dass die Grünen nur fünf Prozentpunkte gewinnen und die CDU fünf Punkte an die AfD verlieren müsse. Dafür spricht, dass Özdemir beliebt ist, dass der CDU Berliner Rückenwind fehlt und die Wähler geneigt sein könnten, dem erfahreneren Kandidaten mehr zu vertrauen als dem jungen CDU-Kandidaten Hagel.

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Dagegen spricht aber, dass die Krise der Autoindustrie, die Furcht vor Wohlstandsverlusten, die nachlassende Aufmerksamkeit für die Klimakrise und der Interneterfolg der Linkspartei den Grünen das Leben schwer machen.

Die Tausend-Euro-Frage ist: Kann Özdemir durch eine krass personalisierte Kampagne die CDU einholen, die aufgrund des schwerfälligen Starts der Kanzlerschaft von Friedrich Merz ein Mobilisierungsproblem hat? Und kommen Reformen, soweit sie noch vor der Wahl beschlossen werden, dann tatsächlich der CDU zugute?

Etwas haben CDU und Grüne übrigens gemeinsam: Beim gebeutelten Industriearbeitermilieu finden sie wenig Gehör.

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