FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Studie zum Bistum Mainz :
Kardinal Lehmanns Versagen und der Missbrauch

Von
Daniel Deckers
Lesezeit:
Karl Kardinal Lehmann im Mai 2016 in Mainz
Karl Kardinal Lehmann im Mai 2016 in Mainzdpa

Eine tausend Seiten lange Untersuchung zum Umgang mit sexueller Gewalt im Bistum Mainz belastet den früheren Bischof, Kardinal Lehmann. Betroffene wurden beschwichtigt oder zum Schweigen gebracht.

Als die Deutsche Bischofskonferenz sich im September 2002 als erste Institution in Deutschland „Leitlinien zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs“ gab, wusste deren langjähriger Vorsitzender, was für Beschuldigte wie Betroffene auf dem Spiel stand. Karl Lehmann, seit 1987 Vorsitzender und seit gut einem Jahr Kardinal der römisch-katholischen Kirche, erinnerte sich sehr genau daran, dass die F.A.Z. im März 1958 ausführlich darüber berichtet hatte, dass der Stadtpfarrer seiner Heimatstadt Sigmaringen im März 1958 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafte wegen „Unzucht“ mit Jungen aus der Volksschule verurteilt worden war.

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