Rechtsextreme Gesänge auf Sylt : Antisemitismusbeauftragter: „Rassismus ist Popkultur geworden“

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, bemängelt, dass Rassismus augenscheinlich Teil der Popkultur und salonfähig geworden sei. Dabei läge es doch auf der Hand, dass Ausländer maßgeblich zum Wohlstand beitrügen.
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat den rechtsextremen Zwischenfall in einer Nobelbar auf der Insel Sylt verurteilt. „Die Aufnahmen von der gegrölten rassistischen Umtextung eines bekannten Liedes auf Sylt schockieren mich“, sagte Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Nicht etwa, weil mich die Existenz solch menschenfeindlicher Ideologie überrascht, sondern weil sie ganz offensichtlich Teil der Popkultur und in einem Milieu salonfähig geworden ist, dem klar sein müsste, dass Ausländer maßgeblich zu unserem Wohlstand beitragen.“
Klein fügte hinzu: „Wer in klassischer Nazi-Manier 'Deutschland den Deutschen' fordert, schließt damit alle angeblich 'nicht-deutschen' Gruppen aus, die vermeintlich weniger wert sind, darunter Menschen mit Migrationshintergrund, Sinti und Roma, aber auch Jüdinnen und Juden.“
Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Menschen in der Bar zu einem Lied die rechtsextremen Textzeilen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ singen. Auch ein Hitlergruß ist zu sehen. Die Polizei ermittelt. Das Geschehen ereignete sich nach den bisherigen Erkenntnissen bei einer Feier auf einer Außenterrasse einer Bar in Kampen.





