Frankfurter Zeitung 17.03.1918 :
Kriegsanleihen: Die Mobilmachung des Geldes

Lesezeit:
Eine Kriegsanleihe des Deutschen Reichs aus dem Jahre 1918 über 100 Mark.
Eine Kriegsanleihe des Deutschen Reichs aus dem Jahre 1918 über 100 Mark.Picture-Alliance

Der Krieg muss finanziert werden und alle müssen mit anpacken. Die Frankfurter Zeitung wirbt für Kriegsanleihen, indem sie die Deutschen an ihre Bürgerpflicht erinnert.

Um Montag, den 18. d. M., beginnt die Zeichnung auf die achte Kriegsanleihe. Ist es nötig, noch mit großen Worten zu sagen, daß sie wieder ein Erfolg werden muß, daß jeder Einzelne die Pflicht hat, das Seine dazu beizutragen? Wir meinen, nein. Als vor zwei Monaten kleine Bruchteile der deutschen Arbeiter in den Streik eintraten, nicht um sich der Arbeit für die deutsche Kriegsrüstung dauernd zu versagen, sondern nur, um mit einer von vornherein bloß für drei Tage geplanten Arbeitsruhe gegen politische Vorgänge zu demonstrieren, die ihnen als unerträgliche Aufreizung erschien, da wurde eine sehr laute Entrüstung gerade auch in den Kreisen mobil gemacht, von denen jetzt zu einem guten Teil der Erfolg der Anleihe abhängen wird. Daran möge man jetzt denken! Und nicht minder an die wahrhaft allgemeine Entrüstung, die die Streikandrohung des Generaldirektors Berghe von den Daimler-Werken soeben in dem ganzen deutschen Volke ausgelöst hat.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.
Empfehlungen
Zentrale von Euroclear in Brüssel: Rund 200 Milliarden Euro russisches Staatsvermögen sind in Europa eingefroren.
Eingefrorene vermögen:
Warum die EU Russlands Gelder nicht anzapfen darf

Immer wieder diskutieren die EU-Staaten darüber, wie das eingefrorene russische Staatsvermögen in die Ukraine fließen kann. Eine Enteignung Russlands wäre jedoch völkerrechtswidrig und hätte zudem schwere Konsequenzen für den Finanzplatz Europa, warnt ein Kriegsvölkerrechtler.

Klemens H. Fischer
Diana Vishneva und Kimin Kim bei einer Aufführung im Moskauer Marijnsky-Theater vor zwei Jahren
Ballerina Diana Vishneva:
Die Staatskünstlerin

In Russland wird sie gefeiert und von Gazprom unterstützt, aber in Deutschland sollte sie nicht auftreten: Warum ein neues Tanzensemble seine Auftritte besser ohne die russische Ballerina Diana Vishneva absolviert.

Wiebke Hüster
Stellenmarkt