Frankfurter Zeitung 07.04.1919 :
Die bayrische Revolution schreitet voran

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Ein bewaffneter Trupp in bayerischer Tracht während der Revolutionswirren nach dem Ersten Weltkrieg 1919 in München
Ein bewaffneter Trupp in bayerischer Tracht während der Revolutionswirren nach dem Ersten Weltkrieg 1919 in MünchenPicture-Alliance

In München wird eine sozialistische Republik ausgerufen. Doch ein schnelles Scheitern wird bereits prophezeit. Denn diejenigen, die sich nicht in ihrer Freiheit berauben lassen wollen, werden sich dagegen wehren.

Die deutsche Revolution ist in ihre zweite Phase eingetreten. Die Bayrische Räterepublik ist ausgerufen. Und unabsehbar ist, was weiter daraus folgt. Deutsch-Oesterreich, schon von Ungarn her mit starker Ansteckungsgefahr bedroht, wird nun auch noch vom Westen her mit einer heißen Agitationswelle überflutet werden. Im Ruhrrevier schwelt ein halber Generalstreik schon seit einer Woche, durch das große Machtaufgebot der Regierung viel eher weiter geschürt als unterdrückt. Und in Berlin tritt morgen der zweite Rätekongreß zusammen, der, als Konkurrenz gegen Weimar, auch ohne die Ereignisse von Budapest und München ein Element neuer Verwirrung geworden wäre. Was wird aus Deutschland? „Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus“: das Wort, mit dem Narr und Engels das kommunistische Manifest einleiteten, ist heute wieder in aller Munde, die Gläubigen wiederholen es in fanatisch-milder Hoffnung auf das tausendjährige Reich, das nun, und sei es auch aus einem neuen Meer von Blut und furchtbarster Zerstörung, erstehen solle.

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