Regimekritiker festgenommen : Wie die tunesische Opposition mundtot gemacht wird

Mit Rached Ghannouchi hat der tunesische Präsident Kaïs Saïed seinen schärfsten Kritiker hinter Gitter gebracht. Von der Opposition ist nicht mehr viel übrig.
Tunesien wird zu einem Staat ohne Opposition. Jetzt ist auch der gewichtigste Gegner des Präsidenten im Gefängnis, und der islamistischen Ennahda-Partei droht ihr Ende. Die Behörden werfen dem Vorsitzenden Rached Ghannouchi Äußerungen vor, die darauf abzielten, die Regierung zu stürzen sowie die Bürger anzustacheln, sich gegenseitig anzugreifen und Chaos zu verursachen. Insgesamt fünf Ennahda-Führer wurden seit Montag festgenommen, die Niederlassungen der Partei geschlossen. Präsident Kaïs Saïed habe den Islamisten den Todesstoß versetzt, befürchtet die Zeitschrift „Jeune Afrique“, die Saïed ein messianisches Amtsverständnis unterstellt: Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften hatte Ghannouchis Haus am Ende des Fastenmonats Ramadan in der „Nacht der Bestimmung“ gestürmt. Nach islamischem Verständnis wurde in ihr zum ersten Mal der Koran offenbart.
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