Staatschefs bei Merkel : Der Kern des Westens
Die sechs Regierungs- und Staatschefs, die zu Gast bei der Kanzlerin waren, hatten schon bessere politische Tage. Doch der Westen muss in diesen Zeiten der Unruhe zusammenhalten.
Die Staats- und Regierungschefs, die zum Abschiedsgipfel im Kanzleramt versammelt waren, haben alle ihr Päckchen zu tragen: Der Franzose Hollande steht im Herbst einer enttäuschenden Amtszeit; dem selbstbewussten Italiener Renzi droht eine Niederlage bei der Abstimmung über die Staatsreform; die Engländerin May ordnet noch immer die Prioritäten für die Brexit-Verhandlungen; der brave Spanier Rajoy hat sich gerade zu einer ordentlichen Regierung gequält, und der Amerikaner Obama äußert letzte Mahnungen und Weisheiten vor dem Auszug aus dem Weißen Haus.
Ja, der Kern des Westens strahlt nicht helle, selbst wenn die Mattigkeit, zum Teil, Folge demokratischer Abläufe ist. Dennoch darf angesichts der vielen Konflikte und der Unruhe im Innern dieser Kern nicht verzagen oder sich zerlegen.
Seine Teile müssen zusammenstehen, etwa gegenüber Russland, selbst wenn die Europäer erst mal ihren Laden zusammenhalten müssen und Amerika vor einem Machtwechsel steht, der die allgemeine Verunsicherung noch verstärkt. Es kommt auf Berlin an. Doch auch Merkels Autorität war schon größer.



