Putin zu Nawalnyj :
Wie nach dem Lehrbuch der Desinformation

Berthold Kohler
Ein Kommentar von
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Putin bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag.
Putin bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag.dpa

Der russische Präsident macht wieder deutlich: Sein Regime braucht Bedrohungen – von außen wie von innen.

Nun wissen wir es von oberster Stelle: Alexej Nawalnyj kann gar nicht vom russischen Geheimdienst vergiftet worden sein, weil er sonst tot wäre. Wie kann man im Westen nur so an der Professionalität der russischen Dienste zweifeln? Das grenzt fast an Beleidigung. „Die hätten es zu Ende gebracht“, sagte jetzt Präsident Putin, der das Agentengeschäft von der Pike auf beim KGB gelernt hatte. Dass der Kreml keine halben Sachen macht, glaubt man ihm gerne.

In Nawalnyjs Fall hätte auch nicht mehr viel zu diesem Ende gefehlt, wäre er nicht zur Behandlung nach Deutschland geflogen worden. Des Weiteren ist nun auch klar, wer in diesem schmutzigen Spiel der Spion ist: Nawalnyj. Der, so Putin, werde von amerikanischen Geheimdiensten unterstützt und müsse daher natürlich von den russischen Geheimdiensten beobachtet werden.

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Zu alldem kann man nur sagen: wie nach dem Lehrbuch – allerdings nicht einem Lehrwerk der Aufklärung, sondern der Desinformation. Putin bleibt Putin, etwas anderes war auch nicht zu erwarten.

Zum Glück für den Westen sitzt vom kommenden Jahr an aber ein amerikanischer Präsident im Weißen Haus, den der Kreml-Herr ernster nehmen muss als Donald Trump. Putin hofft auf bessere Beziehungen zu Amerika, warnt aber schon vor der Einmischung des Auslands in die russischen Wahlen. Ohne Bedrohungen von außen (und innen), das zeigte auch diese Jahrespropagandakonferenz wieder, kann Putins Regime nicht existieren.

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