Deutsches Engagement : Nicht mehr nur Zuschauer?

Es liegt in unserem eigenen Interesse, an der Entschärfung von Konflikten dort mitzuwirken, wo sie entstehen. Aber bisher (er)tragen wir nur die Folgelasten. Das muss anders werden.
In der Nachbarschaft Europas ist der Teufel los, und wer geglaubt haben sollte, dieser Teufel tobe sich hinter einer Wand aus, der sieht sich eines Schlechteren belehrt: Die Folgen der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten bekommen die Europäer mit einer bis dahin unbekannten Wucht zu spüren – einer Wucht, welche Bevölkerungen durchschüttelt und staatliche Handlungsfähigkeit gefährdet.
Es ist somit in unserem eigenen Interesse, wenn wir uns viel mehr als bisher darum bemühen, an der Entschärfung von Konfliktursachen in der Region mitzuwirken oder deren Eskalation entgegenzuwirken. Dieses Engagement muss auf alle Instrumente zurückgreifen können.
Wenn Verteidigungsministerin von der Leyen aber sagt, die Europäer seien keine Zuschauer mehr im Irak, in Syrien und im Jemen, so ist das vielleicht aufmunternd gemeint, und doch staunt man über diese Übertreibung: Ins Gewicht fällt ihr Part gewiss nicht. Der Krieg in Syrien geht ins fünfte Jahr – die europäische Rolle beschränkte sich weitgehend darauf, die Folgelast zu (er)tragen. Das muss anders werden, auch im Kampf gegen die Terrormilizen.



