Macrons Nato-Diagnose : Was die Nato-Partner wirklich spaltet

Alle prügeln auf den französischen Präsidenten ein, weil er die Militärallianz „hirntot“ nannte. Darunter sind viele, die schon über „Aufrüstungsorgien“ schimpfen, wenn es nur um das Zwei-Prozent-Ziel geht.
Es interessant, wie heftig jetzt auf den französischen Präsidenten Macron eingeprügelt wird, weil der der Nato eine, zugegeben, bittere Diagnose gestellt hat: Hirntod sei sie. Jetzt singen alle möglichen Leute in empörter Erregung das Hohelied auf die Atlantische Allianz: Logischerweise tun das diejenigen, deren Sicherheit von der Nato abhängt, die in letzter Konsequenz also von amerikanischen Sicherheitsleistungen und -versprechen abhängig sind. Es stimmen hierzulande aber auch jene ein, die bislang nicht als Gralshüter der Nato in Erscheinung getreten sind und deren Parteien das gemeinsam verabredete Ausgabenziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, schon mal als Aufrüstungsorgie tituliert hatten – und sei es aus Gründen innenpolitischer Profilierung.



