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Buch über Donald Trump : Justizbehinderung als Lebensstil

John Bolton, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater von Donald Trump, im Februar 2019 mit dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo und dem Präsidenten im Weißen Haus Bild: AP

17 Monate lang war John Bolton Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten. Dabei machte er sich akribisch Notizen. Sein Fazit: Donald Trump habe sein Eigeninteresse stets mit dem nationalen Interesse gleichgestellt.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          „Er ist ein Lügner!“ schimpfte Donald Trump am Mittwoch über seinen ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton. Jeder im Weißen Haus habe Bolton gehasst, beteuerte Trump in einem Interview. Das Buch, an dem sich der Zorn des Präsidenten entzündet, ist noch gar nicht erschienen. „The Room Where it Happened“ (etwa: „Der Raum, in dem es geschah“) soll erst am 23. Juni zu kaufen sein. Die Regierung verklagte Bolton allerdings am Dienstag wegen Vertragsbruchs, um so die Veröffentlichung doch noch zu verhindern. Am Mittwoch legte das Justizministerium nach und beantragte eine einstweilige Verfügung, die auch verbieten soll, dass Medien Auszüge veröffentlichen. Mehrere Geheimdienstmitarbeiter sagten demnach, dass das Buch Geheimnisse preisgebe, die die nationale Sicherheit gefährden könnten. Boltons Verlag Simon & Schuster nannte das Vorgehen politisch motiviert und sinnlos.

          „Justizbehinderung als Lebensstil“, das ist eine der einprägsamen Formulierungen, die kursieren, bevor man noch das gesamte Buch lesen kann. Bolton will damit eine Präsidentschaft charakterisieren, die stets mehr darauf ausgerichtet sei, Trump und seiner Familie persönlich zu helfen als dem Land. Der Präsident sei auch nicht davor zurückgeschreckt, „Diktatoren, die er mochte, persönliche Gefallen zu tun“ zitierte etwa das „Wall Street Journal“ aus dem Text. Trump selbst sei schockierend schlecht informiert und leicht beeinflussbar gewesen, behauptet Bolton. Der 71 Jahre alte Autor war bis September 2019 im Weißen Haus und 17 Monate lang in die meisten außenpolitischen Vorgänge eingebunden. Seine Gewohnheit, sich akribisch Notizen zu machen war ebenso bekannt wie Trumps generelle Abneigung gegen Mitschreiber, die er anherrscht, wenn sie zu viel in ihre Blöcke schauen.

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