Nukleare Abschreckung :
Mélenchons Deutschlandschelte

Michaela Wiegel, Paris
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Jean-Luc Mélenchon am 23. Juni in Paris
Jean-Luc Mélenchon am 23. Juni in ParisAFP

Der Linkspopulist nutzt die nukleare Kooperation mit Berlin, um im Wahlkampf zu punkten. Er droht mit Abbruch.

Der linke Volkstribun Jean-Luc Mélenchon hat sich in eine Tabuzone vorgewagt. Er nimmt die beginnende nukleare Kooperation mit Deutschland zum Vorwand, die Autorität Präsident Emmanuel Macrons über die französische Abschreckung infrage zu stellen. Das ist geopolitisch brandgefährlich, könnte dem Präsidentenanwärter aber im Wahlkampf nutzen.

Seit Langem befördert der Gründer des Unbeugsamen Frankreich (LFI) die Vorstellung, die deutsche Politik verfolge in Europa perfide Pläne. Sein Buch über „Bismarcks Hering“ ist ein Sammelsurium böswilliger Unterstellungen. Nun behauptet er wider besseres Wissen, Präsident Macron wolle das Kommando über die französischen Atomwaffen mit Berlin teilen.

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Geknicktes Selbstbewusstsein der Franzosen

Mélenchon spielt geschickt mit dem geknickten Selbstbewusstsein der Franzosen, die sich gegenüber Deutschland abgehängt fühlen und um die letzten Instrumente der einstigen Großmacht bangen. Die Atombombe gehört dazu wie der ständige Sitz im UN-Sicherheitsrat.

Der Linkspopulist verspricht Sozialismus in einem Land, als sei Frankreich eine Insel. Dazu passt, dass andere nicht mit französischen Atomwaffen geschützt werden sollen. Mélenchons Äußerungen sind ein Vorgeschmack darauf, was der französische Wahlkampf an Deutschlandschelte aufbieten wird.

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