Proteste in Bolivien : Eskalation im ganzen Land

In Bolivien spitzt sich der Konflikt zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Evo Morales zu. Eine Bürgermeisterin wird entführt, geschoren, mit Farbe übergossen und durch den Ort getrieben – als Vergeltung für einen getöteten Studenten.
Patricia Arce musste durch die Hölle gehen. Demonstranten entführten die Bürgermeisterin der bolivianischen Stadt Vinto, schnitten ihr die Haare ab, übergossen sie mit roter Farbe und trieben sie barfuß durch die Straßen. Die Aktion war als Vergeltung gedacht. Die Bürgermeisterin, die der Regierungspartei von Präsident Evo Morales angehört, soll einen Mob organisiert haben, um von Oppositionsanhängern errichtete Barrikaden in der nahe gelegenen Stadt Cochabamba aufzulösen. Dabei wurde am Mittwoch ein 20 Jahre alter Student getötet. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Morales wurden in Cochabamba und in benachbarten Städten zudem fast hundert Personen verletzt. Auch in der Hauptstadt La Paz und in anderen Städten kam es in dieser Woche zu Zusammenstößen.





