Gewalt in Brasilien : Ziel des Kokains ist Europa

Umweltzerstörerische Produktion, tödliche Transportrouten: Was die Zusammenstöße von Organisiertem Verbrechen und Sicherheitskräften in Rio de Janeiro mit uns zu tun haben.
Die Zusammenstöße zwischen schwerbewaffneten Polizeikräften und ebensolchen Mitgliedern des Comando vermelho in Rio de Janeiro sind nicht die ersten zwischen der Staatsmacht und der mit allen Wassern des organisierten Verbrechens gewaschenen kriminellen Vereinigung – und sie werden nicht die letzten sein.
Denn der Gouverneur von Rio hat nicht erst jetzt die Konfrontation gesucht. Schon kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2021 kam es zu den mit mehr als 20 Toten bis dahin blutigsten Auseinandersetzungen.
Wenn diese Zahl jetzt um ein Vielfaches übertroffen wird, so auch deswegen, weil es nicht gelungen ist, den Aktionsradius des Comando zu verringern. Im Gegenteil.
Kontrolle über ganze Stadtviertel
Die Polizei geht so brutal vor wie eh und je, aber die Feuerkraft der Kriminellen hat in dem Maß zugenommen, in dem sie ihre Kontrolle über ganze Stadtviertel, aber auch über die Transportrouten von Kokain aus Kolumbien und Peru an die brasilianische Küste konsolidiert haben.
Von dort aus nimmt das Rauschgift, dessen Produktion von Naturzerstörung begleitet ist und dessen Transportrouten mit Blut gezeichnet sind, seinen Weg nach Europa. Hier ist es als Stimulanz aus der Welt der Reichen und der Schönen nicht wegzudenken.
Denen aber sind die Bilder aus Brasilien genauso gleichgültig wie das Schicksal derer, die hierzulande an Crack-Kokain zugrunde gehen.






