Flugzeugabsturz : Russlands Schuld

Aserbaidschan fordert von Moskau eine Entschuldigung. Sollte dies der Kreml nicht tun, würde die Beziehung zu Baku aber auch nicht abbrechen.
Aserbaidschan erwartet von Russland, dass es die Verantwortung für den Absturz von Flug J2-8432 übernimmt. Denn dieser war aller Wahrscheinlichkeit nach kein Unfall. Die Fluglinie Azerbaijan Airlines spricht von „externen physischen und technischen Störungen“.
Vieles deutet darauf hin, dass eine russische Flugabwehrrakete das Flugzeug zum Absturz gebracht hat, was mehr als drei Dutzend Personen das Leben kostete. Auch wenn offizielle Ermittlungsergebnisse noch ausstehen, scheint sich die Regierung in Baku sicher zu sein – und wartet nun auf Signale aus Moskau.
Nur eine Frage der Zeit
Das erste kam am Freitag von der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija. Sie sprach davon, dass zu jenem Zeitpunkt, als das Flugzeug aus Baku kommend im tschetschenischen Grosnyj landen wollte, ukrainische Drohnen in dem Gebiet unterwegs gewesen seien. Ein Schuldeingeständnis ist das nicht. Moskau dürfte sogar versuchen, Kiew die Schuld in die Schuhe zu schieben. Drohnenangriffe auf die russische Teilrepublik Tschetschenien kommen in jüngster Zeit häufiger vor. Dass es dabei auch zu zivilen Opfern kommen könnte, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Russland hat einen Krieg entfesselt, dessen Folgen es nicht kontrollieren kann.
So tragisch der Vorfall ist, so wenig wird er die Beziehungen zwischen Baku und Moskau verändern. Die antirussischen Ressentiments im Südkaukasus und in Kasachstan, wo das Flugzeug schließlich abstürzte, dürften indes wachsen.






