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Kommentar zum Fall Khashoggi : Wo Selbstherrlichkeit leichtes Spiel hat

Der seltsame Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi setzt auch den amerikanischen Präsidenten unter Druck. Bild: AP

Der Fall Khashoggi zeigt: Erratisches Verhalten und die Kraftmeierei „starker Männer“ haben oft unkalkulierbare Folgen. Das ist bei Trump so, bei Erdogan, Putin und bei Bin Salman.

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          So weit geht die Empörung noch nicht, dass Präsident Trump, anders als einige Senatoren, wegen der Causa Khashoggi Waffenlieferungen an Saudi-Arabien stoppen würde. Amerikas Rüstungsexporte an das Königreich haben einen Umfang, dass daneben – aus Sicht von Dealmaker Trump – das Schicksal des saudischen Regimekritikers verblasst.

          Dennoch beginnen sich schon jetzt Mutmaßungen, Khashoggi könne auf Geheiß des saudischen Thronfolgers Bin Salman ermordet worden sein, auf die Außenwirtschaftsbeziehungen des Landes auszuwirken. Partnerschaften werden in Frage gestellt, Investitionspläne überprüft.

          Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, könnten die Konsequenzen gravierend sein, auch für das amerikanisch-saudische Verhältnis. Was wiederum eine Erfahrung bestätigt: Erratisches Verhalten und die Kraftmeierei „starker Männer“, von Autokraten und Potentaten haben oft unkalkulierbare Folgen.

          Das ist bei Trump so, bei Erdogan, Putin und bei Bin Salman. Wo Institutionen verächtlich gemacht werden oder ganz fehlen, hat die Selbstherrlichkeit leichtes Spiel – mit bösen Folgen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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