Kommentar zu Trump-Wählern : Gottgewollt, na klar!

Die amerikanische Demokratie verträgt sich sehr wohl mit einem christlichen Wertekanon, die Fundamentalisierung aber untergräbt sie.
Seit den Anfängen ihrer Existenz sind die Vereinigten Staaten von einer religiösen Bestimmung beseelt. Zivilreligiöse Elemente, alttestamentarische Analogien und Gottesbezüge sind in ihre politische Kultur eingewebt; so sehr wie in keinem anderen westlichen Land. Oft sind die Grenzen zu Bigotterie fließend. Evangelikale Christen sind ein wichtiger Teil der republikanischen Wählerkoalition.
Die meisten dieser Christen haben Donald Trump gewählt und sind mit seiner „Leistung“ im Amt zufrieden. An diese Kernklientel hat sich gerichtet, was Trumps Sprecherin einem christlichen Sender sagte: Sie glaube, Gott habe gewollt, dass Donald Trump Präsident werde. Während dessen Gegner für derlei nur Spott übrig haben, werden viele seiner Anhänger das für eine Tatsache halten. Man muss sich das vorstellen: Trump und somit seine Politik als Wille und Werkzeug Gottes, seine Gegner damit Verhinderer göttlicher Bestimmung. Sind sie also des Teufels? Weg mit ihnen? Um Himmels Willen! Die Demokratie verträgt sich sehr wohl mit einem christlichen Wertekanon, die Fundamentalisierung aber untergräbt sie.



