Barack Obama : Wieder die Wirtschaft

China mahnt Amerika zum Sparen. Es ist nur ein Beispiel für die grundlegenden Veränderungen, welche die Krisen im globalen Machtgefüge bewirkt haben. Wenn die amerikanische Wirtschaft nicht bald wächst, bedeutet das für Barack Obama nichts Gutes.
Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, reist nach China. Begrüßt wird er dort mit Vorhaltungen zur amerikanischen Haushalts- und Geldpolitik. Die Führung in Peking legt zwar ihrem Gast keine Schuldenbremse à la Merkel ans Herz, aber auch so ist der Unmut groß und die Empfehlung eindeutig: sparen, sparen und nochmal sparen. Offenkundig ist das Sparpaket, auf das sich Präsident und Kongress geeinigt haben, dem größten ausländischen Gläubiger Amerikas nicht ehrgeizig, nicht durchgreifend genug. Dass sich der Repräsentant des großen Schuldners derlei anhören muss, ist nur ein Beispiel für die grundlegenden Veränderungen, welche die Krisen im globalen Machtgefüge bewirkt haben. Die Weltmacht Amerika steht vor beträchtlichen Wirtschafts- und Finanzproblemen. In ihrem politischen System zirkuliert im Moment so viel Gift, dass sachorientierte Rationalität und Lösungskompetenz Mangelware sind. Die Bereitschaft zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit ist kleiner als die Konfrontationslust.



