Obamas Abrüstungsinitiative : Skeptische Reaktionen
Der amerikanische Präsident will seine Atomarsenale verringern. Dazu braucht er keinen deutschen Beifall, sondern Schützenhilfe aus Moskau und dem Kapitol.
Der Vorstoß des amerikanischen Präsidenten, die Atomarsenale weiter zu verringern, mag bei seinen Zuhörern am Brandenburger Tor mit Beifall bedacht worden sein. Aber auf die kommt es, mit Verlaub, nicht an. Es kommt in erster Linie darauf an, ob Obama Russland für ein weiteres Abkommen gewinnen kann und ob er dafür dann die Zustimmung des amerikanischen Senats bekommt. Und da sieht es im einen wie im anderen Fall nicht vielversprechend aus (einmal davon abgesehen, dass die Atomwaffenmacht Frankreich sich nicht angesprochen fühlt).
Der russische Präsident teilt Obamas Abrüstungsehrgeiz ebenso wenig wie die republikanische Opposition in Washington. Die will an der Abschreckung festhalten, und Putin will es auch, obschon Obamas Plan daran nichts ändern würde. Der Präsident wird bei diesem Thema die Erfahrung machen, die er nach eigenem Bekunden schon beim Thema innere Sicherheit gesammelt hat: Die politischen Dinge sind schwerer als (vor Amtsantritt) gedacht. Viele Europäer begrüßen den Abrüstungsvorstoß, die wichtigen Adressaten sind skeptisch.



