Brief aus Istanbul :
Wenn das Istanbuler Kapital aus Erdoğans Bus aussteigt

Von
Bülent Mumay
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Am Steuer: Recep Tayyip Erdoğan bei der Veranstaltung „My City 2023 Project“ im März 2018 in Ankara
Am Steuer: Recep Tayyip Erdoğan bei der Veranstaltung „My City 2023 Project“ im März 2018 in AnkaraGetty

Der türkische Unternehmerverband TÜSIAD hat es gewagt, den Staatspräsidenten hart zu kritisieren. Das macht Erdoğan rasend. Der Staatspräsident übt aufs Neue Rache durch die Justiz.

Istanbul, die Stadt, aus der ich Ihnen diese Briefe schreibe, ist adminis­trativ zwar nicht die Hauptstadt der Türkei, sehr wohl aber wirtschaftlich. Hier haben die größten Unternehmen des Landes ihren Sitz. Auch leben die reichsten Geschäftsleute hier. Sie versuchen Druck auf die Politik auszuüben, damit die Wirtschaftspolitik in ihrem In­teresse gestaltet wird, wie es in anderen Ländern auch geschieht. Ein verbreiteter Spruch bringt das Verhältnis zwischen Privatwirtschaft und Politik auf den Punkt: „Das Istanbuler Kapital steigt erst spät in den Regierungsbus ein, und als Erster wieder aus.“ Denn bis Vertrauen in die Wirtschaftspolitik einer Regierung aufgebaut ist, dauert es eine Weile. Und ist es wieder verloren, geht man rasch auf Distanz, um keine finanziellen Verluste zu erleiden.
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