Sperranlage in Israel : Die neue Mauer steht im Orient

Im Jahre 1982 schrieb Peter Schneider in seinem Buch „Der Mauerspringer“ über das geteilte Berlin. Jetzt führt ihn ein Besuch in Israel an einen Grenzwall, wie er ihn noch nie gesehen hat. Ein Gastbeitrag.
Als ich beim Anflug zum Flughafen Ben Gurion die ersten Häuser hinter dem Strand auftauchen sah, war ich verblüfft über die geringen Ausmaße des Staates, dem ich mich näherte. Alle Entfernungen in Israel lassen sich in wenigen Autominuten, allenfalls in zwei Stunden bewältigen. Vom Flughafen zur grünen Linie, die Israel von Westjordanien trennt, sind es nur ein paar Kilometer; fünfzig bis Jerusalem, neunzehn bis Tel Aviv; zwei Stunden braucht man mit dem Auto zum See Genezareth im Norden und zur Negev-Wüste im Süden. Und wie bei früheren Besuchen musste ich mir erst wieder klarmachen, wie klein dieses Stück Erde ist, um das seit Jahrtausenden gestritten wird.




