Nach Sturz von Assad : Warum wir nicht jubeln

Seit dem Sturz des Assad-Regimes telefoniert die Schriftstellerin Ronya Othmann viel mit ihrem kurdisch-jesidischen Vater. Beide können kaum glauben, was passiert ist. Aber sie jubeln nicht. Sie haben Angst.
Schlösser werden aufgebrochen, Türen aufgestemmt. Die Gefängnistore sind geöffnet, die Gefangenen treten ans Licht. Überall dort, wo sich Assads Armee zurückgezogen hat, strömen die Gefangenen aus den Gefängnissen. Diejenigen, die Folter, Hunger und Krankheiten überlebt haben, Menschen mit ausgezehrten, fahlen Gesichtern. Manche haben seit Jahren kein Tageslicht gesehen, können kaum noch gehen, manche haben ihren Namen vergessen, wissen nicht mehr, woher sie kommen, und noch weniger, wohin.
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