FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ereignisse und Gestalten :
Stalinismus in Treptow

Von
Wolfgang Stephan Kissel
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Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park wurde im Mai 1949 fertiggestellt.Mauritius

Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park gilt dem Gedenken an die Gefallenen der Roten Armee im Kampf um Berlin, aber seine Bild- und Textsprache entspricht genau Russlands aktueller Staatsdoktrin.

Russland unter dem Putin-Regime ­definiert sich als „eigenständige Staatszivilisation“ und rechtfertigt mit dieser Definition auch den ­aggressiven Kurs gegen das benachbarte Ausland und den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gemäß einem offiziellen Regierungserlass über die Außenpolitik vom März 2023 ist die „eurasische und euro-pazifische Macht“ Russland in der Lage, „auf dem gemeinsamen Terri­torium die harmonische Koexistenz verschie­dener Völker, ethnischer, religiöser und sprach­licher Gruppen zu sichern“. Die Anfänge dieser Dok­trin gehen auf Stalin zurück und lassen sich auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Augenschein nehmen. Das ­Ehrenmal für die im Kampf um Berlin gefallenen Angehörigen der Roten Armee ist ein bedeutender Gedächtnisort des Zweiten Weltkriegs im ­Osten der Bundeshauptstadt und ein Monument des Spätstalinismus. Seit Beginn des russischen ­Angriffs­kriegs im März 2014 ist es auch immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der russischen Politik aus Anlass der Feiern zum 9. Mai, dem „Tag des Sieges“.
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