
Ereignisse und Gestalten : Stalinismus in Treptow

Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park gilt dem Gedenken an die Gefallenen der Roten Armee im Kampf um Berlin, aber seine Bild- und Textsprache entspricht genau Russlands aktueller Staatsdoktrin.
Russland unter dem Putin-Regime definiert sich als „eigenständige Staatszivilisation“ und rechtfertigt mit dieser Definition auch den aggressiven Kurs gegen das benachbarte Ausland und den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gemäß einem offiziellen Regierungserlass über die Außenpolitik vom März 2023 ist die „eurasische und euro-pazifische Macht“ Russland in der Lage, „auf dem gemeinsamen Territorium die harmonische Koexistenz verschiedener Völker, ethnischer, religiöser und sprachlicher Gruppen zu sichern“. Die Anfänge dieser Doktrin gehen auf Stalin zurück und lassen sich auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Augenschein nehmen. Das Ehrenmal für die im Kampf um Berlin gefallenen Angehörigen der Roten Armee ist ein bedeutender Gedächtnisort des Zweiten Weltkriegs im Osten der Bundeshauptstadt und ein Monument des Spätstalinismus. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im März 2014 ist es auch immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der russischen Politik aus Anlass der Feiern zum 9. Mai, dem „Tag des Sieges“.
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar





