Gouverneurswahl : Tokios Wähler sagen „Ja“ zur Atomkraft

Bei der Gouverneurswahl in Tokio mussten die Kernkraftgegner eine schwere Niederlage hinnehmen. Die ersten seit Fukushima stillgelegten Reaktoren dürften schon im Frühjahr wieder ans Netz gehen.
Vordergründig haben die Wähler in Tokio am Sonntag einen neuen Gouverneur gewählt. Tatsächlich haben sie aber auch ein klares Plädoyer für den Wiedereinstieg in die Atomkraft abgegeben. Der Versuch des früheren japanischen Ministerpräsidenten Morihiro Hosokawa, die Gouverneurswahlen in der japanischen Hauptstadt zu einem Referendum gegen die Atomkraft zu machen, ist damit gescheitert. Hosokawa und ein weiterer atomkritischer Kandidat landeten bei der Wahl abgeschlagen auf den Plätzen 2 und 3. Der von Regierungschef Shinzo Abe und seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) unterstützte frühere Gesundheitsminister Yoichi Masuzoe steuerte nach letzten Hochrechnungen auf einen Erdrutschsieg zu. Es wird nun erwartet, dass Abe dem Kabinett noch in diesem Monat einen Energieplan vorlegen wird, nach dem die Atomkraft im Energiemix künftig rund 20 Prozent der Stromversorgung übernimmt. Derzeit sind alle 48 japanischen Atomreaktoren stillgelegt. Die ersten Reaktoren dürften dann im Frühjahr wieder ans Netz gehen. Wie in der F.A.Z. berichtet, hatte die Regierung schon in der Vorwoche angekündigt, den Bau von drei neuen Atomreaktoren genehmigen zu wollen.



