Rechter Populismus : Immerschlimmerismus

Alles geht den Bach runter: eine Behauptung, die sich in der öffentlichen Debatte verfestigt. Das nutzt der rechte Populismus – zu einer Rebellion der Gefühle. Ein Gastbeitrag.
Neulich war ich bei einem melancholischen Dinner von Alt-68er-Kulturschaffenden eingeladen. Es gab Carpaccio vom Seehecht, Spargel und atlantischen Lachs vom Bio-markt. Zusammen saßen Journalisten, Verleger, Filmemacher, Schauspieler, Intellektuelle, lauter kluge, liebenswerte Menschen mit hohem moralischen Anspruch. Die Stimmung war düster. Ein Hauch von Zauberberg, von Weimar lag in der Luft. Man klagte zunächst über fehlende Honorare und institutionelle Streichungen, und dann kam die geballte Ladung linker Systemkritik, die sich seit einem halben Jahrhundert kaum verändert zu haben scheint. Die Spaltung zwischen Arm und Reich wird „immer größer“ – kein Wunder, dass die neuen Nazis, die Rechtspopulisten, sich vermehren wie die Fliegen, sie sind ein Produkt des Neoliberalismus! Die Umwelt wird vernichtet, weil Konzerne die Rohstoffe plündern. Der Staat ist unfähig, die Politiker sind allesamt korrupt, Versager, Nichtskönner. TTIP ist, na klar, eine neue Form des Imperialismus; die Amis haben ihren Einfluss in der Welt verloren, den wollen sie zurück.





